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Hinter den Mauern der JVA Freiburg

Mitte Februar bekam eine Gruppe von ELSA Mitgliedern, wie in den Jahren zuvor, die Möglichkeit, sich die Freiburger Strafvollzugsanstalt von innen anzuschauen. Die Führung wurde von dem Regierungsdirektor, Herrn Gerhard Maurer-Hellstern, geleitet, der neben detaillierten Aspekten zum Strafvollzug ebenso alle Fragen der Studenten berücksichtigte.

Nachdem alle Wertsachen verschlossen, sowie die Personalausweise am Eingang abgegeben wurden, begann unsere ca. vierstündige Führung durch die JVA. Zunächst bekamen wir einen Einblick in die Besucherräume, die sog. Schnittstelle zwischen Gefängnis und der Außenwelt. Hierbei ging Herr Maurer-Hellstern besonders auf die Aspekte des deutschen Vollzuges, nämlich das Prinzip der Resozialisierung, ein. Einerseits sei der Besuch für die Häftlinge maßgeblich, damit sie den Kontakt zu Familie, Freunden und Bekannten auch während der Inhaftierung pflegen können. Problematisch seien jedoch die immer wieder kehrenden Versuche, unerlaubte Dinge in die JVA zu schmuggeln, unter anderem: Drogen, Handys und weitere verbotene Sachen. Manche Inhaftierte haben sogar die Möglichkeit, deren Familie oder Partner/in in einer kleinen Wohnung innerhalb der JVA über Nacht zu sehen.

Unsere Führung ging weiter durch die Vollzugsanstalt selbst, die im sog. Pennsylvanischen Stil (strahlenförmiger Bau mit 5 Flügeln nach dem Vorbild von Gefängnissen in den USA) erbaut wurde. Die unterschiedlichen Trakte sind jeweils nach Art der Straftat und Länge der Inhaftierung eingeteilt. Weiter ging es dann in zwei Zellen, die wir uns anschauen durften. Trotz bescheidener, aber ausreichender Größe, verfügt jede Zelle über einen Fernseher sowie eine eigene Toilette. Darüber hinaus bietet die JVA Freiburg ein breitgefächertes Programm für die Häftlinge an. Nach Antritt der Haftstrafe bekommt jeder Häftling einen individuellen sog. Vollzugsplan, der auf die persönlichen Interessen zugeschnitten ist. Das Programm reicht von sportlichen Aktivitäten, über handwerkliche Arbeit, bis hin zur Ausbildung oder gar einem Studium in Kooperation mit der Fernuniversität Hagen. Damit soll den Häftlingen nach Ablauf der Haftstrafe der Weg zurück in die Gesellschaft ermöglicht werden.

Zum Abschluss der Führung gab es für uns noch eine Fragerunde, in der offene Fragen besprochen wurden, bevor es für uns wieder zurück in die Freiheit ging. Wir bedanken uns ganz herzlich bei Herrn Maurer-Hellstern für den Besuch in der JVA und die interessante Führung.

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